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BDKJ Kreisverband Niederbayern Süd
Diözesanverband

„Entscheidungen sind unveränderlich.“

Kamingespräch zum Thema Lebensschutz

Von 27.-29. September 2019 tagte die Herbstvollversammlung des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in der Diözese Regensburg in der Jugend-bildungsstätte Windberg. Rund 40 Engagierte aus den katholischen Jugendverbänden beschäftigten sich in einem Kamingespräch mit dem Thema „Schutz (un)geborenen Lebens“.

Nicht leicht gemacht haben sich die anwesenden jungen Erwachsenen dieses Mal den Einstieg in die Diözesanversammlung des BDKJ am Freitagabend: Mit einem Antrag im Frühjahr 2019 hatte man entschieden, sich mit dem Thema „Schutz (un)geborenen Lebens“ auseinanderzusetzen. Dazu lud man Gabriele Dotzer, Leiterin der Caritas-Schwangerschafts­beratung in der Diözese Regensburg ein. In einem Kamingespräch stand sie mit ihrer Expertise und der Erfahrung aus ihrer Beratungstätigkeit den rund 40 anwesenden Delegierten aus Jugendverbänden Rede und Antwort.

Dabei wurde deutlich: Der Schutz des Lebens ist ein Thema, das nicht nur politisch auf der Agenda gehalten werden muss, um den Wert des Lebens zu erhalten, sondern ein Thema, in dem man auch ganz praktisch aktiv werden muss: Als Vertreterinnen und Vertreter der katholischen Kirche insbesondere in der Seelsorge und durch Beratung. Diese Herangehensweise hat sich die die Schwangerschaftsberatung der Caritas seit den 70er Jahren auf die Fahnen geschrieben und hilft Schwangeren und deren Umfeld, Konfliktsituationen zu bewältigen und Alternativen zu einem Schwangerschaftsabbruch aufzuzeigen.

Im Gespräch wurde deutlich: Die Entscheidung für oder gegen ein Kind ist eine irreversible Entscheidung und vielleicht die einzige unserer Lebensentscheidungen, die nie wieder korrigiert werden kann. Das gilt es insbesondere bei der Entscheidung für einen Schwangerschaftsabbruch zu bedenken. Die Caritas-Schwangerschaftsberatung stellt Informationen zur Verfügung, denkt Ambivalenzen mit, stellt Unterstützungsangebote bis zur und nach der Geburt vor und begleitet die Frauen und Paare intensiv, aber ergebnisoffen, bei ihrer Entscheidung. Auch im Falle eines Schwangerschaftsabbruches steht die Caritas als Ansprechpartner zur Verfügung, muss die Kirche Beratung und Begleitung anbieten. Trauernde zu trösten gehört schließlich zu den sieben Werken der Barmherzigkeit.

Aber nicht nur das Thema Schwangerschaftsabbruch wurde im Kamingespräch behandelt: Den jungen Menschen lag es auch sehr am Herzen zu erfahren, wie die Kirche in der Person von Priestern und pastoralen Mitarbeitenden auf Situationen wie den Tod von Kindern während einer Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt reagiert. Die anwesenden Priester waren sich dabei einig: Eine empathische Begegnung mit den Angehörigen ist dabei sehr wichtig und auch das Abschied nehmen in Form einer Beerdigung oder eines Abschiedsrituals ist in dieser Situation unverzichtbar. Dies betonte auch nochmal Dotzer, die in diesen Situationen mit ihren Beraterinnen der Caritas zur Stelle ist.

Immer wieder blitzten während der Diskussion die Fragen „Wann beginnt Leben?“ und „Wann ist ein Leben lebenswert?“ auf. Vor allem letztere ist mit BDKJ-Beschlüssen einfach zu beantworten: Jedes Leben ist lebenswert. Es steht uns nicht zu, darüber zu richten. Dies zeigen auch die Beschlüsse des BDKJ zu Diversität und Inklusion, die in den Jugendverbänden gelebt wird. Bei der ersten Frage, wann Leben beginnt, wurde hingegen lange diskutiert.

Ebenso das Thema Pränataldiagnostik blieb nicht außen vor. Auch hier zeigte sich wieder: letztendlich muss jedes Paar, bzw. jede Frau für sich entscheiden, ob und welche pränatale Tests sie durchführen lassen möchte. Sicher ist allerdings, dass man sich zu den Ergebnissen, insbesondere, wenn sie einen Befund ergeben, dann auch verhalten muss. Gabriele Dotzer betonte hier nochmal als Expertin, dass nicht die Tests an sich das Problem sind, sondern der Tatbestand, dass die Tests dazu da sind, Auffälligkeiten aufzuspüren und die werdenden Eltern hinterher mit einem möglicherweise unerwünschten Ergebnis und der Fragestellung, welche Konsequenzen sie daraus ziehen, dann vielleicht allein gelassen sind. Aber auch hier ist die Caritas mit ihren Einrichtungen zur Stelle und begleitet die Betroffenen durch die Situation.

Die BDKJ-Delegierten waren sich nach dem Gespräch einig: Die Schwangerschaftsbegleitung der Caritas ist eine unverzichtbare Einrichtung. Sie zeigt auf eine nahbare Weise das barmherzige Antlitz der katholischen Kirche. Indem junge Menschen nun auch genauere Details zum Leistungsangebot der Caritas in diesem Bereich kennen gelernt haben, können sie in ihrem Umfeld jetzt auch als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aktiv werden und Frauen, die mit ihrer Schwangerschaft hadern, in Konfliktsituationen eine Anlaufstelle nennen.

Aufmerksam verfolgten die Teilnehmenden das Gespräch.

Gabriele Dotzer stand beim Kamingespräch als Expertin Rede und Antwort.

Danke an die Caritas-Schwangerschaftsberatung für die Kooperation.